Breitband, VDSL oder Glasfaser?

April 29, 2021

Smartphone, Laptop, Fernseher, Kühlschrank – immer mehr Geräte in unserem Zuhause sind mit dem Internet verbunden. Zum Glück kann man heute auf pfeifende Modems verzichten und stattdessen zwischen Kabel, VDSL, Glasfaser und andere Anschlussmöglichkeiten auswählen. Die Netzanbieter versprechen ein blitzschnelles Internet. Doch worauf musst du bei der Auswahl des Anschlusses achten? Wir haben die Antworten für dich!

Was ist Breitband-Internet?

Ein Breitband-Internetzugang erlaubt dir einen Zugriff auf das Internet mit einer hohen Datenübertragungsrate. Im Vergleich zur Einwahl über ein Modem ist die Verbindung nicht nur viel schneller, beim Internetsurfen wird dabei auch die Telefonleitung nicht mehr blockiert.

Der Zugang zum Breitband-Internet kann dabei über unterschiedliche Anschlüsse erfolgen:

  • Telefonleitung (Festnetz)
  • TV-Kabelnetz
  • Satelliten-Verbindung
  • Glasfaser

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen einer symmetrischen und einer asymmetrischen Verbindung. Bei einer asymmetrischen Verbindung ist die Download-Geschwindigkeit deutlich höher als die Upload-Geschwindigkeit. Hingegen sind bei einer symmetrischen Verbindung die Geschwindigkeiten beim Down- und Upload gleich hoch.

Für den Internetanschluss zu Hause reicht in den meisten Fällen eine asymmetrische Verbindung, da man als Nutzer in der Regel mehr down- als uploaded. Mit der steigenden Anzahl an Videokonferenzen kann der Bedarf an der Upload-Geschwindigkeit etwas steigen, aber selbst das stemmen asymmetrische Verbindungen gut. Wird ein Internetanschluss geschäftlich genutzt, so sollte man einen symmetrischen Internetanschluss wählen, insbesondere falls man darüber einen oder mehrere Server mit dem Internet verbindet oder Mitarbeitern einen VPN-Zugang anbietet.

Was ist DSL?

Der Begriff “Digital Subscriber Line” (DSL) beschreibt sämtliche Breitband-Anschlüsse über den Telefonanschluss wie ADSL, SDSL und VDSL. Dabei wird eine Kupferleitung zur Datenübertragung genutzt. Eine Leitung besteht stets aus zwei Drähten, eine für den Sprachdaten- und die andere für den Internetdatenverkehr. Damit kann derselbe Anschluss für Telefonate und den Internetzugang genutzt werden.

Der aktuellste DSL-Standard ist VDSL (Very high-speed Digital Subscriber Line). Dabei wird eine Kupferleitung zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss verwendet. Auf der restlichen “Strecke” wird bereits Glasfaser genutzt. Dadurch werden die Wege über Kupferleitungen verkürzt, was wiederum den Internetanschluss schneller macht. Außerdem werden auch weitere Frequenzen innerhalb des Kabels eingesetzt, was einen höheren Datendurchsatz ermöglicht. So sind Download-Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s möglich.

Wird VDSL mit der Vectoring-Technologie erweitert, sind sogar bis zu 100 MBit/s möglich. Vectoring sorgt dafür, dass mögliche Störungen auf der Leitung gefiltert werden. Mit Super Vectoring kommen zusätzlich weitere Frequenzen zum Einsatz, welche eine Download-Geschwindigkeit von bis zu 250 MBit/s ermöglichen.

Was ist Glasfaser-Internet?

Bei einem Breitbandanschluss über Glasfaser werden sämtliche Daten über ein Glasfasernetz übertragen. Andere Breitband-Technologien nutzen hingegen Kupferleitungen. Wie der Name verrät, werden die Daten in diesem Netz mithilfe von Lichtsignalen übermittelt. Das erlaubt einen deutlichen Anstieg in der Geschwindigkeit und vermindert die Fehleranfälligkeit im Vergleich zu Kupferleitungen. Mit Glasfaser sind theoretisch Internetverbindungen bis zu 1 Gbit/s möglich. Diese Geschwindigkeit wird aber nur dann erreicht, wenn man als Endkunde auch direkt an das Glasfasernetz angeschlossen ist. Das heißt, die Glasfaserverbindung muss bis in dein Zuhause reichen, um die 1 GBit/s zu erreichen. Deine Geräte müssen dann auch per Kabel mit dem Internet verbunden sein, um die maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Über eine WLAN-Verbindung verlierst du wieder einiges an Geschwindigkeit. Selbst mit dem neuesten WLAN-Standard (WiFi 5.0) erreicht man in der Praxis einen maximalen Datendurchsatz von 660 Mbit/s.

Um die maximale Internetgeschwindigkeit zu erreichen, muss die Glasfaserleitung also bis ins Haus (FTTB; Fibre-to-the-Building) oder in die eigene Wohnung (FTTH; Fibre-to-the-home) reichen. Bei FTTB muss man etwas langsamere Verbindungen in Kauf nehmen, da vom Hausanschluss bis in die eigene Wohnung keine Glasfaserkabel zum Einsatz kommen.

Alternativ kann auch das TV-Kabelnetz genutzt werden, um in den Genuss von Glasfaser-Geschwindigkeiten zu kommen. Wie weit dabei die Glasfaserleitung direkt in die Wohnung reicht, ist wiederum unterschiedlich. Jedenfalls kann auch ohne direkten Glasfaseranschluss das TV-Kabelnetz einen sehr schnellen Internetzugang ermöglichen. Kabelanbieter nutzen eine eigene Übertragungsform (DOCSIS), welche langfristig Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 GBit/s ermöglichen sollen.

Welcher Anschluss bietet den schnellsten Internetzugang?

Grundsätzlich hängt die Internetgeschwindigkeit in deinem Zuhause von vielen Faktoren ab. In Deutschland ist das Glasfasernetz noch nicht sehr weit ausgebaut, vor allem im eher ländlichen Bereich wird man oft von den Netzanbietern im Stich gelassen. Mit einem Glasfaseranteil von nur 4,7 Prozent befindet sich Deutschland sogar nur auf Platz 34 des OECD-Länderrankings. Nur vier OECD-Länder (darunter Österreich) haben einen noch geringeren Glasfaseranteil.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Vergleich der unterschiedlichen Anbieter und Anschlussmöglichkeiten. Für ein unterbrechnungsfreies Streamen in HD auf deinem Smart TV, sämtliche Smart Home-Lösungen und gleichzeitiges Internetsurfen auf mehreren Geräten sind in der Regel Anschlüsse zwischen 50 und 100 Mbit/s vollkommen ausreichend. Je mehr Geräte dazukommen und je höher der durchschnittliche Datenverbrauch pro Sekunde, desto eher benötigst du einen schnelleren Internetzugang. Den Datenverbrauch deines Anschlusses kannst du in der Regel über den Internet-Router beobachten.

Sind Satelliten-Internet und 5G die Zukunft?

In Zukunft könnte auch ein Breitband-Anschluss über Satellit alltagstauglich und leistbar werden. Starlink, ein Unternehmen von Elon Musk, bietet seit März 2021 schnelles Internet per Satellit auch in Deutschland an. Allerdings funktioniert das bisher nur in ausgewählten Gebieten. Für den Anschluss fallen aktuell noch hohe Anschaffungskosten für eine Satelitenschüssel und die Grundausstattung (ca. €499,-) an.

Eine weitere, zukunftsweisende Alternative ist ein mobiler Internetanschluss über 5G. Damit sind bei optimalen Bedingungen ebenfalls bis zu 1 GBit/s möglich. Über die nächsten Jahre möchte die 5G-Technologie sogar bis zu 10 GBit/s erreichen.

Wenn du dir bei der Auswahl des richtigen Internetanschlusses unsicher bist, helfen dir unsere TechBuddys jederzeit gerne weiter!

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